06.10.17

Richtig reagieren - Ramon Ansing

Nach einer langen Fahrt Richtung Norden parken wir die Autos am Urkervaart. Der Plan für heute ist, Ramon Ansing etwas über die Schulter zu schauen. Als Wettkampfangler, der im In- und Ausland unterwegs ist, hat er uns sicher einiges zu zeigen! Hoffen wir mal, dass wir am heutigen warmen, sonnigen Oktobertag ein paar Fische fangen können.

10:10 Uhr:
Ramon ist nun fertig mit seinem Aufbau, es fällt auf, dass er sehr gut organisiert ist und alles seinen festen Platz hat. Auf Grund dessen kann er direkt alle Dinge die er benötigt an den richtigen Platz legen. Für heute hat er einen Allround-Futtermix für Brassen angemischt, dem er noch Maden, Caster und ein paar zerschnittene Würmer hinzufügt. Von dem Futter wirft er einige Futterkörbe an die gegenüberliegende Seite, aber Ramon will mehrere Eisen im Feuer haben und füttert auch noch zwei andere Plätze, die er mit der Stipprute beangeln kann. Die Plätze, von dem einer so weit entfernt ist, wie seine Rute lang, füttert er mit Futterballen, die etwa so groß wie Orangen sind. Der zweite Platz, der etwas näher am Ufer ist, wird mit kleinen Ballen gefüttert, welche etwas mehr verteilt werden. Der Grund für einen Futterplatz auf dem das Futter verteilt liegt, ist, dass wenn Schiffe fahren, er sicher davon ausgehen kann, dass er trotzdem noch auf einem gefütterten Platz angelt. Bei einem punktuell gefütterten Platz ist das Futter dann verstreut und sicher nicht mehr da, wo es vorher lag.

10:20 Uhr:
Der Angeltag beginnt für Ramon aber erstmal mit der Feederrute, bestückt mit zwei Würmern auf dem Haken dauert es keine Minute, bis er einen Biss hat. Durch seine dünne geflochtene Pulse Braid hat er eine sehr sensible Bissanzeige. Das kleine, goldfarbene Rotauge, welches sich die Würmer hat schmecken lassen, ist ein guter Einstand für heute!

10:53 Uhr:
Nach dem kleinen Rotauge folgen noch mehrere und Ramon wechselt zur Stipprute, weil noch keine Brassen auf dem Platz sind. Auch beim Stippen wirkt Ramon sehr entspannt, er verzichtet auf viel Schnick-Schnack, der Haken wird in einem Caster versteckt und dann kurz über dem Boden präsentiert. Hier dauert es auch nicht lange bis er die ersten kleinen Rotaugen fängt.

11:05 Uhr:
Irgendwann schlägt er aber ins Leere und kann mehrere Bisse nicht verwerten. Daraufhin reagiert er direkt und verschiebt seine Pose zwei Zentimeter nach oben, sodass die Fische etwas mehr Zeit haben, den Köder aufzunehmen. Der erste Biss danach hat direkt wieder Fisch gebracht. Der nächste geht aber schon wieder daneben. Weil Ramon Bisse bekommt, die aber nicht haken kann, entscheidet er sich dazu, seine 1 Gramm Pose durch eine 0,5 Gramm Pose zu tauschen, hoffentlich macht das den Unterschied aus!

11:29 Uhr:
Danach läuft es deutlich besser und er kann die Rotaugen wieder haken. Dennoch beschließt Ramon wieder die schwerere Pose zu montieren, um die Fische besser selektieren zu können und um die größeren Exemplare zu haken.

11:35 Uhr:
Die größeren Fische bleiben allerdings aus, auch ein Versuch auf der nächsten Stelle bringt ihm nicht den gewünschten Erfolg. Dennoch werden die beiden Stipp-Stellen mit ein paar Castern gefüttert.

11:48 Uhr:
Dann kommt die Feederrute wieder zum Einsatz, denn auf der anderen Seite zeigen sich kleine Fische auf der Futterstelle. Die Spitze seiner Feederrute zeigt die Schnurschwimmer an, aber auf den Anbiss eines größeren Fisches wartet er vergeblich.

12:09 Uhr:
Weil er nur kleine Alande fangen kann, legt Ramon seine Feederrute wieder zur Seite. Die Brassen lassen heute leider auf sich warten. Auf der Stipprute kann er gleich wieder zu Beginn einen kleinen Barsch mit einem Caster fangen. Caster scheinen der Köder des Tages zu sein!

12:40 Uhr:
Nach und nach bekommt Ramon wieder Bisse. Auf einen Caster mit einem 16er Haken fängt er Rotaugen mit einem Durchschnittsgewicht um die 50 Gramm. Die Ausnahmen sind Rotaugen die um die 150 Gramm wiegen. Insgesamt kommt er also auf ein beachtliches Gesamtgewicht über den gesamten Tag und das ohne Brassen! Gleich mehrere Eisen im Feuer zu haben ist also die richtige Entscheidung.

12:57 Uhr:
Auf den Stellen der Stipprute wird noch jeweils ein Futterballen mit Castern und Würmern gefüttert, bevor die Feederrute wieder zum Einsatz kommt. Es besteht ja immer die Möglichkeit, dass nun endlich eine Gruppe mit Brassen auf dem Futterplatz angekommen ist. Man stelle sich vor, Ramon würde nun auch noch ein paar Brassen fangen?! Das wären definitiv Bonuskilos!

13:07 Uhr:
Aber nach zehn Minuten Feedern ohne Zupfer steht fest: Der Platz ist immer noch nicht wirklich attraktiv genug. Schnell wechselt Ramon wieder zur Stipprute, um den näheren Platz zu befischen. Noch eine Stunde Angelzeit!

13:14 Uhr:
Ein paar Rotaugen kann er noch fangen, sogar einen Hybriden. Nur die großen Brassen bleiben aus. Obwohl er mit der Feederrute keinen großen Fisch fangen konnte, war es bisher trotzdem ein erfolgreicher Angeltag.

13:20 Uhr:
Nachdem ein großes Boot vorbeigekommen ist, wird das Wasser durch den Sog und die Wellen trüber und die auf Sicht fressenden Rotaugen stellten das Fressen ein. Die Anbisse bleiben komplett aus!

13:42 Uhr:
Ob die weiter entfernte Stelle nun besser sein sollte? Sie bring Bisse, ja. Die Fische sind allerdings nicht viel größer als eine Handfläche! Also wieder auf die nähere Stelle. Ramon bekommt einen Biss und hakt einen Fisch, der das Gummi an der Spitze endlich mal rauszieht. Ein deutlich stärkerer Fisch kämpft nun an der Stipprute, wir vermuten zuerst eine Schleie, allerdings ist es ein kapitales Rotauge! Die Freude ist groß!

14:10 Uhr:
In der letzten halben Stunde kann Ramon noch ein paar schöne Rotaugen fangen. Insgesamt kommt er über den Tag verteilt auf rund sieben bis acht Kilo Fisch! Ob das im Wettkampf ausreichend wäre, weiß man natürlich nicht. Allerdings hat Ramon an diesem schönen Herbsttag alles aus seiner Stelle rausgeholt, was möglich war!

Fein, aber stark!

Zielfisch am Kanal.