13.09.17

Futterkorb vs Method Feeder

Die Angelei mit der Method Feeder-Montage ist in den letzten Jahren sehr populär geworden – eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. Method Feeder und die anderen Selbsthakmontagen kommen vom Karpfenangeln. Die Method Feeder-Montage wurde an vielen kommerziellen Gewässern eingesetzt und das sehr erfolgreich. Brassenexperten haben dies dann übernommen und setzen es heute an den natürlichen Gewässern genauso erfolgreich ein. Aber wo liegen eigentlich die Vorteile dieser Montage und wann lohnt es, auf die moderne Variante zu setzen, wann auf den klassischen Futterkorb?

Futterkorbangeln
Wenn wir das traditionelle Futterkörbchen mit einem Method Feeder vergleichen, sehen wir einige deutliche Unterschiede. Beim Method Feeder ist ein offener Korb an einem Inlineblei befestig, in den Grundfutter oder Pellets festgedrückt werden. Durch die Festbleimontage hakt sich der Fisch von alleine und man muss keinen Anschlag – wie beim Angeln mit einem Futterkorb – setzen. Wichtig ist dabei dann natürlich, dass man ein kurzes Vorfach verwendet und die Hakenspitze frei ist. Eine Spitze die durch einen Caster bedeckt ist, wird nicht im Maul des Fisches greifen. Außerdem wollen wir den Fisch haken, bevor er registriert, dass er einen Haken mit eingesaugt hat. Wenn der Fisch die Hakenspitze gespürt hat, soll er vor Schreck wegschwimmen und sich dadurch selbst haken. Darum sollte man seine Rute auf stabilen Rutenhaltern ablegen und eine monofile Schnur verwenden. Eine Mono gibt dem Ganzen wegen ihrer Dehnung noch einen kleinen Puffer. Manch ein Angler hat durch einen heftigen Biss bei geschlossener Rollenbremse schon die Rute verloren. Die Chance, einen größeren Fisch zu haken ist beim Method Feeder besser als beim Feedern mit einem Futterkorb. In der Regel werden Grundfuttermischungen mit einem hohen Fischmehlanteil und/oder Pellets verwendet, die auch meistens von Karpfenanglern benutzt werden. Auch Partikel und kleine Boilies kommen beim Method Feeder zum Einsatz, wenn man dann Brassen auf dem Futterplatz hat, sind es meistens die größeren Exemplare. Man angelt mit dieser Methode also wesentlich selektiver!
Schaut man sich nun die traditionelle Methode mit Futterkorb an, fällt gleich auf, dass man den Widerstand bei der Köderaufnahme so gering wie möglich halten möchte. Man verwendet dementsprechend dünnere und längere Vorfächer, die dafür sorgen, dass der Fisch den Köder mit Vertrauen aufnimmt. Zeigt mir meine Rutenspitze einen Biss an, muss ich den Anhieb selber setzen. Deswegen kann der Köder also auch direkt auf dem Haken präsentiert werden - logisch. Allerdings muss man auch aufpassen, dass kein Biss verschlafen oder übersehen wird. Bei der traditionellen Art mit einem Futterkorb zu angeln, werden meistens geflochtene Hauptschnüre verwendet, weil die Bissanzeige hiermit wesentlich besser und direkt ist. Geflochtene Schnur hat in der Regel keine Dehnung. Des Weiteren lässt sich mit geflochtener Schnur weiter werfen als mit monofiler. Eines muss bei Geflochtener aber beachtet werden: Man sollte immer mit einer monofilen Schlagschnur angeln, weil sie beim Werfen die Finger schont und im Drill als Puffer dient, welcher gerade auf den letzten Metern enorm wichtig ist. Monofile sinkt auch im Vergleich zu geflochtener Schnur wesentlich besser. Diese Art mit einem Futterkorb zu angeln ist also wesentlich filigraner als mit einem Method Feeder zu fischen. Es werden dünnere Schnüre, kleinere Haken und kleinere Köder verwendet. Die Chance kleine Fische zu fangen ist dementsprechend auch größer.

Köder
Bei der Selbsthakmontage muss die Hakenspitze frei bleiben, deswegen werden Vorfächer mit einem Haar verwendet. Kleine Boilies mit einem Durchmesser von 6-10mm eignen sich perfekt und sind in allen möglichen Farben und Geschmacksrichtungen zu bekommen. Wenn man Boilies einsetzt, sollte man viel mit den Farben experimentieren. Denn nicht jedes Gewässer, jeder Boden und jeder Tag ist gleich. In der Regel soll mein Boilie am Haar zwischen dem Futter und dem Dreck auf dem Boden auffallen. Man sollte also immer dafür Sorge tragen, dass man die unterschiedlichsten Farben dabei hat. Manchmal kann ein Wechsel der Farbe den Unterschied machen und einen Angeltag retten! Ein weiterer guter Köder ist ein Pellet, den man mit Hilfe eines Baitbands befestigt. Der Vorteil an so einem Gummiband ist, dass es unter Zuglast dünner wird und der Köder sich somit sehr einfach befestigen lässt. Wenn der Köder zwischen dem Gummi ist und sich das Gummi wieder zusammenzieht, ist er schon sicher montiert. Auch Würmer sollte man nicht außer Acht lassen, diese lassen sich ebenfalls recht einfach auf das Gummi ziehen und dann mit einem Hair Stop fixieren. Kleine Köder wie Maden und Caster sind weniger dafür geeignet, sich aufziehen zu lassen. Deswegen ist die Method Feeder-Angelei aber so selektiv und bestens für Fische wie große Brassen und Karpfen geeignet. Wenn man bei einem Wettkampf große Fische auf dem Platz hat, kann es clever sein, auf die Method Feeder-Methode zu wechseln. Für die feinere Angelei ist die traditionelle Art mit dem Futterkorb besser geeignet. Die Angelei mit dem Method Feeder ist recht stumpf, man benutzt recht dicke und kräftige Haken, starke Schnüre und, im Verhältnis zu zwei Maden, große Ködern. Man ist also eingeschränkt im Gegensatz zur Futterkorbangelei. Wenn man mit einem traditionellen Futterkorb angelt, hat man mehr Möglichkeiten, Dinge zu verändern, die Größe des Korbes, Länge des Vorfachs, Größe des Hakens und Köders.

Das richtige Futter
Das Futter, welches beim Method Feeder verwendet wird, besteht oft aus einer Basis aus Fischmehl und Pellets. Wichtig ist dabei die Feuchtigkeit und Klebkraft des Futters. Weil sich das Futter an der Außenseite des Feeders befindet, kann es, wenn es nicht die richtigen Eigenschaften besitzt, im Wurf abfliegen. Damit an tieferen Gewässern zu angeln kann sich auch als schwierig gestalten, weil sich das Futter beim Absinken löst. Es soll sich aber erst dann lösen, wenn die Montage auf dem Gewässergrund ankommt. Der Köder sollte dann wie eine Kerze über dem Futter stehen. Die Methode soll die Fische eben schnell dazu bringen, den Köder einzusaugen.
Weil die Klebeeigenschaft des Futters so eine große Rolle spielt, lassen sich Maden und Caster kaum in den Futtermix zu mischen. Wenn ich stattdessen mit einem klassischen Futterkorb fische, ist es einfacher, eine große Menge geschnittener Würmer, Caster und Maden einzumischen. In einem Futterkorb kann ich beispielsweise eine Lage Maden zwischen den Lagen Futter platzieren. Damit sorge ich dafür, dass ich immer eine recht große Menge kleine Futterpartikel auf dem Platz habe. So ist es auch möglich, eine größere Gruppe Fische zum Fressen zu bringen. Mit einem Futterkorb kann ich außerdem auch flexibler mit dem Futter umgehen, es muss keine bestimmten Eigenschaften erfüllen, wie beim Method Feeder. Es kann also auch etwas trockener sein und zum Beispiel Köder wie Mais enthalten.

Guter Gegner am Method Feeder: Karpfen.

Klassisch am Futterkorb: Brassen.